Amstrad NC-100 Notepad Computer

Laut den Worten von Alan M. Sugar im Handbuch zum NC100 wurde dieser Rechner aufgrund seines persönlichen Wunsches nach einem Computer, mit dem selbst er zurechtkommen könne, entwickelt.

Das Gerät hat die wichtigsten Applikationen bereits fest im ROM verfügbar, und ist dank seiner Kompaktheit und Netzunabhängigkeit in der Tat ein praktisches Gerät.

 

Die Aufschrift "User friendly" prangt unübersehbar auf dem Displayrand des ersten Notepad-Rechners von Alan M. Sugar Trading (Amstrad). Folgerichtig lautete ein Werbespruch bei der Markteinführung 1992 "Wenn Sie diesen Computer nicht nach fünf Minuten bedienen können, bekommen Sie Ihr Geld zurück".
Tatsächlich finden sich beim NC100 viele Details, die das Leben des Users erleichtern. Dies beginnt bei den farblich hervorgehobenen Steuertasten, und setzt sich auch in der eingebauten Standardsoftware fort, mit nützlichen Hinweisen, was als nächstes zu tun ist. Wenngleich der freundliche Hinweis nach dem Öffnen eines neuen Dokumentes in der Textverarbeitung "<- Fangen Sie hier an zu schreiben" doch etwas übertrieben scheint, denn man hat gar keine andere Wahl...
Der NC100 passt dank seiner geringen Grösse in jede Aktentasche, und ist mit ungefähr einem Kilogramm auch sonst sehr "tragbar", insbesondere da er mit einem Batteriesatz bis zu 40 Stunden netzunabhängig ist und sich schwere Netzadapter daher erübrigen. Dafür muss man auf ein Diskettenlaufwerk verzichten, das aber extern angeschlossen werden kann.

Beim Einschalten stehen die wichtigsten Applikationen sofort zur Verfügung: die Textverarbeitung “Arnor Protext” mit „mailmerge“ und „Collins Rechtschreibprüfung“ sowie ein Adressbuch, dazu BBC-Basic 3.31 und die üblichen Tools wie Kalender mit Weck- und Erinnerungsfunktion, Taschenrechner und ein Terminalprogramm mit X-Modem-Protokoll.


Nachfolgermodelle

1993: NC150 mit 128K RAM

1993: NC200 mit 128 K RAM und eingebautem 3,5"-Diskettenlaufwerk (720 KB im MS-DOS Format).

Von Konzept und Format her kann der NC100 mit dem Cambridge Z88 verglichen werden. Dabei fällt auf, dass der Z88, obwohl beinahe 5 Jahre älter, in vieler Hinsicht die Nase vorne hat. Die CPU des NC100 arbeitet zwar mit fast der doppelten Taktfrequenz, und statt einer Gummitastatur findet man eine "richtige" Tastatur vor, die so gut aber auch nicht ist. Abgesehen davon: Das Display des NC100 kann nur eine einzige Helligkeitsstufe anzeigen und hat auch eine kleinere Auflösung als diejenige des Z88. Auch bei den Erweiterungs- und Speichermöglichkeiten hat der Z88 mit seinen Modulschächten die Nase vorn.
Trotz doppelter ROM-Kapazität ist der Leistungsumfang des NC100 nicht wesentlich grösser.

Die etwas spärlichen 64KB RAM können mit heute als PC-Card I bekannten PCMCIA/JEIDA SRAM Cards auf maximal 1 MB erweitert werden. Dabei wird ein eigenes Schreibformat verwendet, welches bezüglich Fremdrechner bisher nur mit Tools im Amiga lesbar ist. Für den Datenaustausch mit anderen Rechnern muss man also meist auf die Serieschnittstelle oder ein externes Diskettenlaufwerk zurückgreifen.


Praxistest

Auch diesen Rechner habe ich für einige Zeit zur mobilen Texteingabe verwendet. Praktisch und portabel ist er, wie auch sein Pendant von Cambridge Computers Ltd., und die Datenübertragung auf meinen Windows-PC mittels eines Standardkabels (ein sog. AT-Linkkabel) funktionierte auf Anhieb. Das Display ist so gut oder schlecht wie jedes LCD-Display dieser Zeit. Als grösstes Manko empfand ich die Tastatur, die zwar anfänglich einen guten Eindruck macht, aber doch manchmal etwas widerspenstig ist, und ausserdem für den Betriebe in einem Eisenbahn-Ruheabteil zu laut klappert...
Zugeben muss man allerdings, dass es wirklich einfach ist, mit dem NC100 zu arbeiten. "Echte Freaks" jedoch dürften an einem Z88 mehr Freude haben.


Sammlungsexemplar

Zustand: erstklassig, 100% funktionsfähig, minime Gebrauchsspuren, komplett mit Original-Karton. Deutsche Tastatur.

Vorhandenes Zubehör:
- Benutzerhandbuch (deutsch)
- Transportmappe
- Netzadapter

Galerie   
Verschiedene An- und Einsichten des vorhandenen Exemplares. Vorschaubild anclicken für die grosse Version.

 

Frontansicht

Innenansicht

Schnittstellen

Originalverpackung

 
Technische Daten   
Erscheinungsjahr 08.1992
Prozessor / Taktfrequenz Zilog Z80 (CMOS) @ 6 MHz
RAM 64 KB Hauptspeicher, mit PCMCIA/JEIDA-Card max. 1 MB aufrüstbar
ROM 256 KB, gesockelt und direkt zugänglich.
Grafikchip -
Textmodus 8 x 80 monochrom
Graphikmodus 480 x 32 monochrom
Soundchip -
Sound CPU-gesteuerter "beeper", 2 Kanäle aus BASIC ansprechbar
Anzeige LCD monochrom
Tastatur QWERTZ / QWERTY / AZERTY 64 Tasten
Laufwerke keine
Schnittstellen 1 x parallel (25pol. Sub-D Buchse) für 9 und 24 Nadeldrucker, sowie auch für HP Laserdrucker (ca. PCL 3)
1 x seriell (9pol. Sub-D-Stecker) mit bis zu 9600 Baud/s
PCMCIA/JEIDA-Steckplatz (Typ I)
Betriebssystem eigenes
Programmiersprachen BBC-Basic 3.31 im ROM
Stromversorgung Betrieb: 4 x AA-Batterie/Akku oder Netzadapter 6V, 300mA, center negative
Speicherschutz: LR2032 3V
Damaliger Neupreis ?
Grösse / Gewicht 295 x 210 x 28 mm / Gewicht : 980g (ohne Batterien)

 

Links   

Tim's Amstrad NC Users' Site
In-depth information on the NC100 and relatives. Online user manual, downloadable software, data sheets, BBC basic guide, market etc. etc.

Boehling's Amstrad NC100 website
Various manuals and files for download.

Amstrad Gebruikers Groep
Information in dutch on the complete Amstrad range, including NC 100/150/200

NC100 emulators
at www.cloy.net